Viel mehr als in der Großstadt, die den Flaneur mit Kübeln von Eindrücken, Möglichkeiten und Irritationen überschüttet, verspürt man in Städten wie Eisenhüttenstadt, die noch das Wort Alltag kennen und in denen die Wochen aus Längstbekanntem und Langvertrautem bestehen, einen kräftigen Appetit auf Abwechslung durch Kunst und Kultur. artecom weiß davon und profitiert vom diesem chronischen kulturellen Hungerast. Warum Roberto Rivera Carlson selbigen, auf dem seine Agentur unter Rainer Werner doch ganz gut saß, nun anzusägen beginnt, weiß wohl nur er allein. Das er das Ende der Wurst in Aussicht stellt, lässt die Eisenhüttenstädter mehr als zuvor überlegen, ob die ganze Sache nicht doch einen Hungerhaken hat.
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Die Reaktion von artecom zum Ausgang der Eisenhüttenstädter Bürgermeisterwahl - so wie sie die Märkische Oderzeitung heute rapportiert – hat viele Eisenhüttenstädter sehr überrascht. Denn eigentlich müsste ein Geschäftsmann wie Roberto Rivera Carlson naturgemäß so nah am Geschäft sein, dass er zunächst einmal die Lage sondiert, bevor er sich derart öffentlich in eine Position bringt, die zeigt, dass er eigentlich kein Interesse mehr hat, in Eisenhüttenstadt Geschäfte zu machen.
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Ein Denkmal für Hungerkünstler.
Viel mehr als in der Großstadt, die den Flaneur mit Kübeln von Eindrücken, Möglichkeiten und Irritationen überschüttet, verspürt man in Städten wie Eisenhüttenstadt, die noch das Wort Alltag kennen und in denen die Wochen aus Längstbekanntem und Langvertrautem bestehen, einen kräftigen Appetit auf Abwechslung durch Kunst und Kultur. artecom weiß davon und profitiert vom diesem chronischen kulturellen Hungerast. Warum Roberto Rivera Carlson selbigen, auf dem seine Agentur unter Rainer Werner doch ganz gut saß, nun anzusägen beginnt, weiß wohl nur er allein. Das er das Ende der Wurst in Aussicht stellt, lässt die Eisenhüttenstädter mehr als zuvor überlegen, ob die ganze Sache nicht doch einen Hungerhaken hat.
Viel mehr als in der Großstadt, die den Flaneur mit Kübeln von Eindrücken, Möglichkeiten und Irritationen überschüttet, verspürt man in Städten wie Eisenhüttenstadt, die noch das Wort Alltag kennen und in denen die Wochen aus Längstbekanntem und Langvertrautem bestehen, einen kräftigen Appetit auf Abwechslung durch Kunst und Kultur. artecom weiß davon und profitiert vom diesem chronischen kulturellen Hungerast. Warum Roberto Rivera Carlson selbigen, auf dem seine Agentur unter Rainer Werner doch ganz gut saß, nun anzusägen beginnt, weiß wohl nur er allein. Das er das Ende der Wurst in Aussicht stellt, lässt die Eisenhüttenstädter mehr als zuvor überlegen, ob die ganze Sache nicht doch einen Hungerhaken hat.
Auf geht's nach Hütte. An der Frankfurter Allee.
Mit Sprühlack der Farbe Lila schrieb vor nicht allzu langer Zeit jemand den schönen, eine Stadtwahrnehmung in wunderbar klare und schöne Sprache fassenden Slogan "oh Du mein Lichtenberg, du schenkst mir Frieden und Verstand" auf den grauen Putz einen Wand an der neugestalteten Freifläche neben dem Bahnhof Lichtenberg. Wenn man allerdings im Bahnhof ankommt, die unterirdische Passage durchquert, vielleicht in das Orion-Erotikfachgeschäft späht und als erstes sieht, dass es ein ganzes Regal mit "Fesseln" gibt und dann auf die Vielfalt der interessanten Charaktere vor dem Bahnhofgebäude und den anliegenden Spätverkaufsstellen blickt, den jungen Männern in den weiten, tarnfarben gemusterten Hosen mit den kräftigen, kniehohen Hunden und hoch sitzenden Baseball-Caps begegnet oder in die verwitterten Gesichter derer schaut, die hier bereits um acht Uhr morgens ihr Bier trinken und nahe des dahingesprühten Slogans ihr Wasser wieder abschlagen, dann neigt man durchaus dazu, in der schwungvollen Schönschrift der Aussage einen kleinen Funken Ironie zu suchen.
Beim dem dieser Tage unweit davon auf der Brücke, die die Frankfurter Allee über die weitläufigen Gleisanlagen hebt, immer wieder einmal ins Blickfeld rotierenden Plakat, das vor blauem, wolkendurchspurten Himmel fünf so junge wie fröhliche Menschen zeigt, die drei rotweiße Schrifttafeln in die Luft recken, ist dagegen garantiert alles so gemeint, wie man es liest. "HÜTTE AUF GEHT'S!" Taktisch geschickt an der Ausfallachse nach Rüdersdorf und über die Autobahn nach Frankfurt/Oder und damit dann auch nach Eisenhüttenstadt platziert, wird hier in großem Stil bei den auspendelnden Randberlinern für einen Besuch des diesjährigen Stadtfestes in dieser Eisenhüttenstadt geworben. Das ist offensives Stadtmarketing am Meilenstein zu Lichtenberg und die Liebhaber der Musik eines Peter Kraus, von Silly und eventuell auch Marusha werden der Aufforderung vielleicht sogar folgen. Immerhin sind die Hausnummern für das Bühnenspektakel in der Lindenallee dieses Jahr im Ganzen wieder etwas größer als im letzten, obschon Silly ohne Tamara eben nur Silly ohne Tamara ist und Marusha zwar einst auch in Eisenhüttenstadt als Rave Satellite des Rockradio B begeisterte, später jedoch einen Titel verhunzte, den Judy Garland so herzergreifend sang, dass man sich gar keine andere Fassung vorstellen mochte. Besonders keine Techno-Variante.
Manfred Mann und seine Earth Band sind dagegen nahezu komplett - bis auf das viel zitierte "Blinded by the light" - an mir vorbeigegangen. "Do wah diddy diddy dum diddy dum" ist in der Tat eher etwas für die frühen Aktivist-Gänger.
Bei MIA denkt man in unserem Teil Ostbrandenburgs übrigens manchmal noch an einen Graffiti Writer, der in den mittleren 1990er Jahren viel in Frankfurt und ein wenig in Eisenhüttenstadt, z.B. an der lange Zeit fälschlicherweise für legal bemalbar gehaltenen Turnhallenanlage im VII. Wohnkomplex sprühte. Aber meistens schrieb er sich Mya. Mit der Lichtenberger Bahnhofslosung hat er sehr wahrscheinlich nichts zu tun. Und mit dem Stadtfest in Eisenhüttenstadt, so denke ich, auch nicht viel.
"Nothing ever happens"?
Von wegen. In Eisenhüttenstadt gibt es jeden August drei tolle Tage, die diesmal wahrlich mit Aufbruchsstimmung angekündigt werden.
Die passt auch ganz gut, nachdem man letztes Jahr von mancher Seite hörte, dass sich eine gewisse Sättigung eingestellt hätte in Hütte und man häufiger zwischen den träumenden Teenagern den berühmten Dialog der gebürtigen Wriezenerin Conny Froboess mit dem Münchener Hans Dampf Peter Kraus vernahm: "Sag mir was in Ohr/Was darf ich Dir sagen/Schlag doch etwas vor.." Und schon ging es zum Badesee und nicht mehr zu Neil Hickethier.
Von wegen. In Eisenhüttenstadt gibt es jeden August drei tolle Tage, die diesmal wahrlich mit Aufbruchsstimmung angekündigt werden.
Die passt auch ganz gut, nachdem man letztes Jahr von mancher Seite hörte, dass sich eine gewisse Sättigung eingestellt hätte in Hütte und man häufiger zwischen den träumenden Teenagern den berühmten Dialog der gebürtigen Wriezenerin Conny Froboess mit dem Münchener Hans Dampf Peter Kraus vernahm: "Sag mir was in Ohr/Was darf ich Dir sagen/Schlag doch etwas vor.." Und schon ging es zum Badesee und nicht mehr zu Neil Hickethier.
Auf- und abgedreht. Paul van Dyk und das Stadtfest 2007.
Zwei Zitate als Nachtrag:
...
Ich war und bin völlig begeistert, genau wie 15.000 andere Zuschauer auch. Die rockten das Haus oder besser die Strasse in der hässlichsten Stadt Deutschlands. Die sprachen mir aus der Seele mit den Abschiedsworten: „Yiha rules the World, not this shitty, fucking Techno“. Gemeint war damit Paul van Dyk, denn der trat danach auf.
Gähn, echt furchtbar. Ätzend, langweilig, öde, unknorke, spröde, einfallslos. Das kann ewig so weitergehen. Das ganze Zeug hörte sich an wie vor 10 Jahren, immer der selbe Rotz, der selbe langweilige Scheiß.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Techno überhaupt nicht mag. Paul van Dyk stand jedenfalls vor zwei Laptops und tat nichts. (Der Hagen im College!Blog)
Entspannt sitzt Paul van Dyk vor seinem Londoner Auftritt in der Lobby seines Hotels, trinkt Tee und erzählt von Eisenhüttenstadt, wo er vor 35 Jahren auf die Welt kam. Er sei froh, dass es mit dem Auftritt dort geklappt habe. Den Termin hat er sich in seinem vollen Kalender irgendwo zwischen New York und London freigehalten. In New York spielte er kurz zuvor im Central Park. „Das ist für mich immer noch etwas Besonderes“, sagt Paul van Dyk und erzählt vom Sonnenuntergang über den Häuserschluchten, den er von der Bühne aus dort immer besonders intensiv erlebt.
Und dann Eisenhüttenstadt. Einfach war das Heimspiel nicht. Vor ihm traten Boss Hoss auf, die Standards der Pop- und Rockgeschichte als Speedcountry-Versionen runterreißen. „Als die dann auch noch ein Surfbrett auf die Bühne gebracht und ‚Surfin’ USA‘ gespielt haben,
dachte ich mir: Das wird heute schwierig.“ Am Anfang schien das Publikum bei seinem Auftritt tatsächlich ein wenig verwirrt, erzählt van Dyk. „Aber als sie dann verstanden haben, was ich da mache, wurde es eine gute Show.“ (Paul van Dyk im Tagesspiegel)
Tanzbilanz: Die Auswertung des Stadtfests 2007.
Natürlich geht es bei Marianne Rosenberg mit 52 Jahren etwas ruhiger zu als bei Juli oder The BossHoss. Die stets distanziert wirkende Frau singt ihre alten Hits, interpretiert Songs von Rio Reiser wie "Junimond" und lässt junge Männer auf der Bühne zu ihrer Musik tanzen. Alles dreht sich bei ihr um Liebe. "Seit 30 Jahren werde ich nicht müde, über die Liebe zu singen", erzählt sie dem Publikum. Etwas müde kommt sie trotz dieser Worte daher.Die Märkische Oderzeitung fasst das achte Stadtfest in Eisenhüttenstadt wirklich üppig zusammen und deckt unter anderem in dem Bericht zu Marianne Rosenberg die Grenzen des Tanztums auf:
Und tatsächlich scheint es so, dass die Eisenhüttenstädter nach zwei durchtanzten Nächten nicht mehr wirklich Willens sind, guter Musik und wunderbaren Texten zu lauschen. Die meiste Zeit stehen sie eher artig vor der Bühne und warten - auf was, wissen sie selber nicht.Auch Anette Vierling, Gewinnerin des Stadtfest-VWs ("Samstagfrüh griff in Ziltendorf dann nicht etwa Annette Vierling zum Kugelschreiber, sondern ihre Tochter Astrid - ein Schicksalsmoment(sic!)" - Märkische Oderzeitung ), hielt nicht bis zum Ende durch:
Nach drei Stadtfesttagen hatte die Ziltendorfer Familie auf die Musik von Marianne Rosenberg am Sonntagabend verzichtet. "Wir waren einfach kaputt", sagt Annette Vierling. Tochter Astrid war kurz vor dem Einnicken, als sie das Telefon wieder hochschreckte. Am anderen Ende: Roberto Rivera Carlson von der Agentur "artecom", der ihr zum neuen Auto gratulierte. "Ich dachte, da veralbert mich jemand", sagt Astrid Vierling.Am Samstag schien dagegen noch alles in Ordnung:
Hier stimmte von Anfang die Chemie zwischen Musikern und Zuhörern. Man könnte auch sagen: Juli und Eisenhüttenstadt lagen auf einer Wellenlänge.Wenn auch die üblichen Wermutstropfen in den Sektkelch der guten Stimmung tröpfelten:
Roberto Rivera Carlson, Leiter der Veranstaltungsagentur "artecom" denkt, dass inklusive der letzten Partynacht die 250 000-Besuchermarke erreicht werden kann. Was ihn einerseits erfreut, andererseits alarmiert, denn das Sicherheitskonzept muss angesichts der Größe, die das Fest angenommen hat, überarbeitet werden.Ansonsten gab es ein paar volksfeste Rüpeleien ("Da lag ein 18-Jähriger bewusstlos vor dem "CineStar". Er wurde von Jugendlichen zu Boden geworfen und getreten. Mit einer Gehirnerschütterung kam er ins Krankenhaus.") inklusive Reifenschlitzerei auf dem Zentralen Platz, was aber nicht als "nennenswert" eingeschätzt wird. Und dies obwohl am Freitagabend "Jesus" (meint jedenfalls Trancepapst-Kenner Jan Weinberg aus Arensdorf bei Berlin) in Gestalt des mutmaßlich weltbesten Diskothekers auf Erden, der dies nach Aussage kritischer Beobachter jedoch gut verbarg, "peitschende Elektro-Klänge" in der Innenstadt erklingen lies. Nach dieser technomusikalischen Bergpredigt ("Ich will die Leute dazu bewegen, sich zu bewegen", Paul van Dyk) meint ein von Logik etwas abgedrifteter René Friedrich, der die Reise durch das Universum der Elektromusik eng umschlungen mit seiner Freundin genießt: "Es zeigt, dass Leute es auch schaffen können, wenn sie nicht in einer Metropole geboren wurden".
"Ein Problem, das wir in den Griff bekommen müssen, ist das der Bierflaschen", sagt er. Dabei wird an den Ständen gar keine Flaschenware verkauft. "Vor allem Jugendliche kommen mit ganzen Bierkästen oder bringen sich ihre Getränke in Rucksäcken mit."
Vergessen ist dabei, dass der sympathische Tontüftler und Bildschirmmusiker seit früher Kindheit in Ostberlin beheimatet war.
Ein lebenslanger Aufenthalt in Eisenhüttenstadt mit Auflegeaufträgen im Trockendock und später im Spektrum, hätte - so die Hypothese - Paul van Dyks Karriere vielleicht nicht ganz so beschleunigt, wie die Sessions in der Metropolentänzerei E-Werk. Die Aussage selbst bleibt selbstverständlich richtig, obschon der Geburtsort relativ wenig mit dem Erfolg zu tun hat, wie die Beispiele anderer deutscher Kulturgrößen - Piet Klocke (geboren in Emmerich), , Sven Väth (geboren in Obertshausen) oder Thomas Gottschalk (geboren in Bamberg) - zeigen. Paul van Dyk geht dennoch mit dem Kult um seine Herkunft erfrischend locker professionell um.
(Unter anderem) über diese verwackelte Bühne am Ende der Lindenallee wurde es gebracht - das Stadtfest 2007. Und laut MOZ gilt: "Jetzt beginnt das Warten aufs neunte Stadtfest." Bis dahin hat die Lokalzeitung 113 (inklusive Dubletten) weitaus bessere Aufnahmen als die oben drüber stehende im Angebot.
Und was machen eigentlich die Plakatstars dieses Sommers?:
Die zwei können sich durchaus vorstellen, in der Region zu bleiben. "Ich finde ja, Hütte wird durch den Stadtumbau immer schöner", sagt der angehende Immobilienkaufmann. Nur ein paar mehr Plätze, wo Jugendliche abends hingehen können, die müsste es hier geben. Da sind sie sich einig. Schließlich ist nicht jeden Tag Stadtfest, wo ganz "Hütte tanzt".Nach den eingangs zitierten Aussagen, würden die Eisenhüttenstädter dies auch gar nicht durchstehen. Und dann auch noch das:
Sie liefen und liefen und endlich erreichten sie den Bahnhof Eisenhüttenstadts. Dort angekommen durchfuhr sie jedoch ein Schock. Sämtliche Auswege aus dieser verfluchten Stadt schienen verriegelt zu sein. Die lange erschien für sie hoffnungslos.
Magistralenmischung: Zum Stadtfest 2007 in Eisenhüttenstadt.
Aus aktuellem Anlass ein aktuelles Bild:
"Tausende Bürgermeister beneiden Eisenhüttenstadt um das, was hier passieren wird." (Günter Baaske, SPD)
"Wir tragen aber die Probleme nicht immer in der Öffentlichkeit aus." (Rainer Werner, Bürgermeister)Vielleicht sollte man Probleme nicht austragen, sondern lösen.
Wer wissen will, wie das Stadtfest war, kann in vielerlei Hinsicht vielsagende Berichte beispielsweise in den Webtagebüchern von Besuchern (Mareen und Hagen) oder in der Samstagsausgabe der Märkischen Oderzeitung (Furioser Start ins achte Stadtfest-Wochenende) nachlesen.
Gastronomie am Stadtrand. Heute: "Am Baumarkt"
Kreuzberger Würste sind (relativ) kurz und doch gibt es das Modell beinahe überall in Deutschland. Denn Fleischermeister Richard Scholtz vom Spreewaldplatz servierte laut Legende um die einhundert Jahre im Jahr 1889 seinen Pappenheimern, die damals z.B. Studenten waren, mehr oder weniger fein gewürztes Mett im Naturdarm. Diese tauften ihr Futter und damit das Würstchen des Meisters analog zum beliebten Bockbier "Bockwurst".
Bei dieser Gelegenheit ist darauf hinzuweisen, dass es in wenigen Stunden gleich mehrfach um Wurst und Naturdarm (und Bockbier) gehen wird, denn dann werden sich auf dem Stadtfest etliche Eisenhüttenstädter Zähne in den Saitling (den man auch fälschlicherweise, ausgenommen ein paar Wurstpanscher, bei denen das wirklich zutrifft, Katzendarm nennt) graben, während z.B. The BossHoss auf der Hauptbühne tüchtig in die Saiten greifen. Das ist dann wohl die Pelle der Eroberer. Der Imbiß "Am Baumarkt" liegt dagegen etwas sehr weit ab von aller Berliner Volksweise mit oder ohne Schuß und wird sich daher vom großen Kasseler des "Hütte tanzt!"Festspaßes keine Scheibe abschneiden können.
Wir vom Blog wünschen trotzdem allen, d.h. sowohl den Besuchern des Stadtfests wie auch den Besuchern des Imbiß' ein tolles Wochend' und natürlich Sonnenschein. Fest ahoi, Prost Mahlzeit und Wohl bekomm's! Und bitte trotz Herrenbier keinen Doppelbock (blatt)schießen.
Bei dieser Gelegenheit ist darauf hinzuweisen, dass es in wenigen Stunden gleich mehrfach um Wurst und Naturdarm (und Bockbier) gehen wird, denn dann werden sich auf dem Stadtfest etliche Eisenhüttenstädter Zähne in den Saitling (den man auch fälschlicherweise, ausgenommen ein paar Wurstpanscher, bei denen das wirklich zutrifft, Katzendarm nennt) graben, während z.B. The BossHoss auf der Hauptbühne tüchtig in die Saiten greifen. Das ist dann wohl die Pelle der Eroberer. Der Imbiß "Am Baumarkt" liegt dagegen etwas sehr weit ab von aller Berliner Volksweise mit oder ohne Schuß und wird sich daher vom großen Kasseler des "Hütte tanzt!"Festspaßes keine Scheibe abschneiden können.
Wir vom Blog wünschen trotzdem allen, d.h. sowohl den Besuchern des Stadtfests wie auch den Besuchern des Imbiß' ein tolles Wochend' und natürlich Sonnenschein. Fest ahoi, Prost Mahlzeit und Wohl bekomm's! Und bitte trotz Herrenbier keinen Doppelbock (blatt)schießen.
P.S. einen sehr wunderlichen Eintrag mit Eisenhüttenstadtbezug findet man heute im taz.blog "Frau Prokop haette gesagt". Dort ist hinsichtlich einer (fantasierten) Art allgemeinen Zuverlässigkeitsprüfung der Mügelner Bevölkerung anlässlich einer Feier von BMW im aktuell überproportional bekannten Döllnitz-Städtchen Folgendes zu lesen:
Die Sicherheitsvorkehrungen dienten dem Schutz der Teilnehmer und seien mit den Behörden abgestimmt. Vor allem der indische Stahlindustrielle Lakshmi Mittal hatte die Überprüfung zur Bedingung für eine Teilnahme gemacht. In der internationalen Presse wird Mittal mit den Worten zitiert: “Ich kann meinen Stahl auch nur an Toyota liefern.”Auch wenn man dort dick "Satire" drüber schreibt, bleibt diese Art Humor doch reichlich kaltgewalzt... Dann doch lieber den zeichnerischen Kommentar vom Pardon-Magazin, der nicht ganz so hart an die Grenze geht, wie der der Titanic.
Frau Prokop versteht den Inder Mittal. “Wenn ich der wäre, hätte ich mein Stahlwerk in Eisenhüttenstadt gleich geschlossen. Sollen die Stahlarbeiter doch ihren sächsischen Mitbürgern klar machen, wie wichtig gastfreundschaft sein kann.”
Wo Hütte tanzt. Heute: Berlin-Moabit
Liebe Heimatstadt!
Heute durfte ich entdecken, dass nicht nur Deine, nämlich die Eisenhüttenstädter Baukultur - E.i.h.ü. wie es Andi Leser nennt, beinahe überall zu finden ist, sondern auch Dein Stadtfest, welches den Flaneur auch dort noch erreicht, wo er es kaum vermutet.
Spaziert man nämlich in Ostwestberlin vom Hansaviertel in kleiner Schleife durch den ebenso nicht allzu großen Kleinen Tiergarten und quert die berühmte Turmstraße, in der gerade der Woolworth entweder umbaut oder abgerissen wird, kommt man unweit von Europas größtem Gerichtsgebäude, dem Kriminalgericht Moabit, zur Wilsnacker Straße.
Hier ist die soziale Durchmischung im Straßenbild ein wenig kräftiger als an der Friedrichstraße: Neben dem Montessori-Kindergarten schimpfen türkische Mütter eher handfest mit ihren ungehörigen Kindern und ein paar junge Libanesen fahren im Golf-Cabrio mit wirklich unschönem Westberlin-Rap aus den Autolautsprechern um den Block. Vor dem Kriminalgericht stehen geschniegelte Anwälte in vollem Wichs und mit dem Aktenstapel unterm Arm mit ihrem meist jugendlichen, männlichen Klientel und schütteln den Kopf über eine weitere bockig-hinrissige Aussage, die den Beschuldigten nur tiefer in die Bredouille reitet. An der Kriegsgräberanlage daneben stützen sich etwas wackligere Altberlinerinnen auf ihre Rollatoren und erzählen sich, wer wieder gestorben ist und wie es früher so war, in ihrem Kiez.
Und schließlich stehen zwischen Fahrradladen und Biobäcker die beiden mittelalten Damen mit ihren Enkeln(?), Sprösslingen(?) und würdigen die aufwendige Posterreklame, auf der Beate Lanzky und Christian Prütz wirklich Alles geben, um zu zeigen, wie Hütte tanzt!, keinen müden Blickes.
Paul van Dyk, The Bosshoss; Neil Hickerthier sind in dieser Ecke der Stadt nicht unbedingt die größten Granaten, aber immerhin müht man sich, auch die Besucher des arabischen Barbiergeschäfts unten am Eck für einen Ausflug nach Ostbrandenburg zu begeistern. Mal sehen, ob das funktioniert! In wenigen Tagen kannst Du, liebe Heimatstadt beim eigenen Spektakel auf dem Asphalt Deiner Beeskower Straße und dem Pflaster der Lindenallee ergründen, ob die Sogwirkung von "Hütte tanzt" tatsächlich auch Magnet genug ist, um Besucher aus dem Multikulti-Moabit zu locken. Wünschen würde ich es Dir, aber ein Stadtfest ist nunmal nicht der EFC Stahl im Europapokal mit Galatasaray als zugelostem Gegner...
Alles Liebe und bis bald!
Dein Fan und Freund und, na ja, 'Sohn' vom BlogHeute durfte ich entdecken, dass nicht nur Deine, nämlich die Eisenhüttenstädter Baukultur - E.i.h.ü. wie es Andi Leser nennt, beinahe überall zu finden ist, sondern auch Dein Stadtfest, welches den Flaneur auch dort noch erreicht, wo er es kaum vermutet.
Spaziert man nämlich in Ostwestberlin vom Hansaviertel in kleiner Schleife durch den ebenso nicht allzu großen Kleinen Tiergarten und quert die berühmte Turmstraße, in der gerade der Woolworth entweder umbaut oder abgerissen wird, kommt man unweit von Europas größtem Gerichtsgebäude, dem Kriminalgericht Moabit, zur Wilsnacker Straße.
Hier ist die soziale Durchmischung im Straßenbild ein wenig kräftiger als an der Friedrichstraße: Neben dem Montessori-Kindergarten schimpfen türkische Mütter eher handfest mit ihren ungehörigen Kindern und ein paar junge Libanesen fahren im Golf-Cabrio mit wirklich unschönem Westberlin-Rap aus den Autolautsprechern um den Block. Vor dem Kriminalgericht stehen geschniegelte Anwälte in vollem Wichs und mit dem Aktenstapel unterm Arm mit ihrem meist jugendlichen, männlichen Klientel und schütteln den Kopf über eine weitere bockig-hinrissige Aussage, die den Beschuldigten nur tiefer in die Bredouille reitet. An der Kriegsgräberanlage daneben stützen sich etwas wackligere Altberlinerinnen auf ihre Rollatoren und erzählen sich, wer wieder gestorben ist und wie es früher so war, in ihrem Kiez.
Und schließlich stehen zwischen Fahrradladen und Biobäcker die beiden mittelalten Damen mit ihren Enkeln(?), Sprösslingen(?) und würdigen die aufwendige Posterreklame, auf der Beate Lanzky und Christian Prütz wirklich Alles geben, um zu zeigen, wie Hütte tanzt!, keinen müden Blickes.
Paul van Dyk, The Bosshoss; Neil Hickerthier sind in dieser Ecke der Stadt nicht unbedingt die größten Granaten, aber immerhin müht man sich, auch die Besucher des arabischen Barbiergeschäfts unten am Eck für einen Ausflug nach Ostbrandenburg zu begeistern. Mal sehen, ob das funktioniert! In wenigen Tagen kannst Du, liebe Heimatstadt beim eigenen Spektakel auf dem Asphalt Deiner Beeskower Straße und dem Pflaster der Lindenallee ergründen, ob die Sogwirkung von "Hütte tanzt" tatsächlich auch Magnet genug ist, um Besucher aus dem Multikulti-Moabit zu locken. Wünschen würde ich es Dir, aber ein Stadtfest ist nunmal nicht der EFC Stahl im Europapokal mit Galatasaray als zugelostem Gegner...
Alles Liebe und bis bald!







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